Deutschland: Verbraucher zahlen 15.1 % mehr für Kartoffeln als vor einem Jahr, da die Ernte vorrückt
Die zentralen Thesen
- Deutsche Verbraucher zahlen 15.1 % mehr als im September 2025.
- Der durchschnittliche Erzeugerpreis beträgt 28.77 Euro pro 100 kg.
- Der REKA-Preis für Speisekartoffeln in NRW beträgt 30 Euro pro 100 kg.
- Die deutsche Ernteschätzung für 2026 beträgt 10.4 Millionen Tonnen.
Warum es wichtig ist
- Für Landwirte
- Sortieren Sie vor der Lagerung von drahtwurmbefallenen und kleinen Knollen aus. Verkaufen Sie einen Teil der Ernte jetzt, solange die Erzeugerpreise bei etwa 29 € pro 100 kg liegen.
- Für Händler
- Rechnen Sie mit geringeren Einzelhandelsumsätzen, da die Ladenpreise um 15 % steigen. Halten Sie Importoptionen für den Winter bereit, falls Discounter nach günstigeren Lieferanten suchen.
- Für Lieferanten
- Förderung der Überwachung von Drahtwürmern und der Bereitstellung von Produkten zur Lagerungshygiene, da Schäden das Lagerrisiko im Südwesten erhöhen.
60-Sekunden-Zusammenfassung
Die schrumpfende deutsche Kartoffelernte macht sich nun auch im Einzelhandel bemerkbar. Verbraucher zahlen rund 15 Prozent mehr für Kartoffeln als vor zwölf Monaten, und Marktanalysten gehen davon aus, dass die Ernte auch in dieser Saison einen wesentlichen Beitrag zur Lebensmittelinflation leisten wird. Auf den Höfen sieht es ruhiger aus: Festkochende Speisekartoffeln kosten bundesweit im Durchschnitt knapp 29 Euro pro 100 Kilogramm, mit einem leichten Rückgang in der Vorwoche. Der REKA-Notierungspreis im Rheinland sank um einen Euro auf 30 Euro. Die Erntearbeiten dauern an, Drahtwurmschäden und kleine Knollen belasten den Südwesten, während Regen die Arbeiten im hohen Norden verlangsamt. Einzelhändler und Verpackungsbetriebe sehen sich mit geringeren Mengen bei höheren Ladenpreisen konfrontiert, und die Erzeuger müssen die Lagerqualität sichern, um den Wert zu erhalten. Die Angabe von 15 Prozent erscheint nur im wöchentlichen Bundesmarktbericht unter Berufung auf AMI; die AMI-Website bestätigt den Anstieg, nennt aber keine konkreten Zahlen. Offizielle Erntestatistiken deuten auf eine um etwa ein Viertel geringere Ernte als im Jahr 2025 hin.
Die Kartoffelpreise im deutschen Einzelhandel liegen deutlich über dem Vorjahreswert. Verbraucher zahlen aktuell 15.1 % mehr als im September 2025. Diese Zahl stammt von den Marktforschern des AMI und ist im wöchentlichen Kartoffelbericht der Bundesanstalt für Lebensmittelsicherheit (BLE) vom 25. September 2026 veröffentlicht.
Analysten gehen davon aus, dass Kartoffeln auch in dieser Saison einer der Haupttreiber der Lebensmittelinflation bleiben werden. Ihr Anteil an den Lebensmittelausgaben ist zwar noch relativ gering, der Grund für den Anstieg ist jedoch einfach: Die diesjährige Ernte fällt deutlich geringer aus als die des Vorjahres.
Eine separate Analyse von AMI bestätigt diesen Trend. Die Verbraucherpreise für Kartoffeln, Gemüse und Butter steigen im September.
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Die Erzeugerpreise bleiben stabil
Auf Erzeugerebene sind die Preise stabil, steigen aber nicht mehr. In der 39. Kalenderwoche lag der nationale Durchschnittspreis für überwiegend festkochende Speisekartoffeln bei 28.77 € pro 100 kg. Das sind 0.15 € weniger als in der Vorwoche. Die Einzelpreise schwankten laut AMI-Daten zwischen 22 € und 37 € pro 100 kg.
In Nordrhein-Westfalen sank der REKA-Preis für Speisekartoffeln um 1 € auf 30 € pro 100 kg.
Erntebilder nach Regionen
Die Inlandserntemengen steigen weiter, aber die Ernte ist noch nicht abgeschlossen. Das Angebot an Sorten erweitert sich.
- Bayern: Die Kartoffelernte ist weit fortgeschritten. Qualitätsprobleme, hauptsächlich Drahtwurmbefall, halten sich – abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen – in Grenzen.
- Rheinland-Pfalz: Die Ernte ist fast abgeschlossen. Die Erträge sind gering und die Knollen klein. Drahtwurmbefall erhöht den Lageraufwand und das Risiko.
- Niedersachsen: Im Nordosten wurde trotz Dürrestress in anderen Teilen des Landes eine durchschnittliche Ernte gemeldet.
- Nordrhein-Westfalen: Die Qualität ist gut und der Absatz von Verarbeitungskartoffeln steigt.
- Schleswig-Holstein: Regen unterbricht die Ernte, Erzeugerpreise bleiben stabil.
Laut Bundesstatistik wird die Kartoffelernte 2026 etwa 10.4 Millionen Tonnen betragen. Das sind 24.8 % weniger als im Vorjahr.
Warum es wichtig ist
Höhere Einzelhandelspreise deuten darauf hin, dass die geringe Ernte nun die Verbraucher erreicht. Dies könnte die Nachfrage nach frischen Kartoffeln im Winter dämpfen. Discounter könnten verstärkt auf günstigere Importware setzen.
Für die Erzeuger sind die stabilen Erzeugerpreise um 29 € pro 100 kg deutlich besser als in der letzten Saison. Drahtwurmschäden und kleine Knollen werden jedoch den Anteil verkaufsfähiger Kartoffeln verringern. Lagerverluste werden darüber entscheiden, wie viel von diesem Preisvorteil die Erzeuger behalten können.
Foto: Kartoffeln zum Verkauf in einem Lebensmittelgeschäft (Abbildung). Santeri Viinamäki / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Was kommt als nächstes
Die Ernte ist noch nicht abgeschlossen, und der Regen lässt in Schleswig-Holstein langsam nach. AMI geht davon aus, dass Kartoffeln auch in dieser Saison ein wichtiger Faktor für die Lebensmittelinflation bleiben werden. Schäden durch Drahtwürmer werden die Lagerverluste und die verkaufsfähigen Mengen beeinflussen.
Quellen
- FreshPlaza.de (BLE-Marktbericht Kartoffeln KW 38–39, AMI) — https://www.freshplaza.de/article/9876481/inlandische-rodungsmengen-stiegen-weiter-an-sortiment-facherte-sich-auf/
- agrarheute Markt (AMI Erzeugerpreise Kartoffeln, KW 39) — https://markt.agrarheute.com/marktfruechte-1/kartoffeln-28
- AMI — Lebensmittelpreise — https://www.ami-informiert.de/ami-maerkte-verbraucher/lebensmittelpreise
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