Kartoffelanbau- und Erosionsprobleme (Teil 1)
Bei der Bepflanzung der Zwischendämme im Kartoffelanbau ist von Anfang an ein Erosionsschutz gegeben. Bei der Aussaat von Winter- oder Sommergerste werden die kleinen Zwischendämme durch die Wurzeln zusammengehalten und geschützt. Dadurch kann bei starken Regenfällen mehr Wasser in den Boden versickern.
Diese Methode eignet sich auch für Betriebe, die Saatkartoffeln nicht mulchen wollen oder können. Die Technik kann unter anderem auf einem Schälgerät montiert werden.

Erkenntnisse vom Feldtag 2022 auf dem Hof Pabst




Foto: Stadler

Begrünung der Dammbasis ohne Querdämme
Hier wurden Wintergerste/Hafer in einer Menge von rund 50 kg/ha per Hand zwischen den Hügeln gesät. Der Erosionsschutz greift erst nach dem Keimen des Korns. Sobald das Korn etwa die Höhe des Damms erreicht hat, muss es abgetötet werden. Die Aussaat der Dammbodenvegetation kann auch nach dem Hügeln oder Dammfräsen erfolgen.

Erosionsschutz im ökologischen Landbau
Im ökologischen Landbau sind die Herausforderungen hinsichtlich des Erosionsschutzes im Kartoffelanbau noch größer. Aufgrund der mechanischen oder thermischen Unkrautbekämpfung wird der Boden durch Hacken und Eggen immer wieder bewegt und gelockert und ist daher über einen längeren Zeitraum anfällig für Erosion. Dies erfordert besondere Maßnahmen hinsichtlich Feldeinteilung, Hangeinteilung, Hanglängenreduzierung und Bewirtschaftungsmaßnahmen. Mit einer sinnvollen und durchdachten Anbauplanung können Kartoffeln auch auf Hanglagen wirtschaftlich angebaut werden. Der Kraftaufwand ist hier natürlich größer als auf ebenen Flächen. Ziel der Maßnahmen muss immer sein, möglichst viel Regenwasser auf der Fläche zu halten.
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Aufgrund der geplanten Wartungsarbeiten wie Hacken und Eggen ist von der Anlage von Querdämmen abzuraten. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat des Getreides ist unmittelbar nach der Ablage bzw. nach dem ersten Hillen und Eggen.


Böschungslängenreduzierung und Parzellenaufteilung
Starkregen und Hitzeperioden sind die Vorboten des Klimawandels, der sich immer deutlicher bemerkbar macht. Wasser ist zum wichtigsten Produktionsfaktor geworden, da sein Fehlen die Wirkung anderer zugekaufter Produktionsressourcen verringert. Daher ist es wichtig, das Regenwasser auf dem Feld zu halten, zu speichern und für den Pflanzenbau zu nutzen.
Bei Reihenkulturen auf großen und langen Feldern ist dies eine Herausforderung. Beim Kartoffelanbau konzentriert sich das Wasser in den Furchen und ist dadurch noch erosiver.
Durch den Wechsel von Sommerkulturen (Reihenkulturen) und Winterkulturen wird die Erosionsgefahr bei Starkregen deutlich reduziert. Beträgt die Feldbreite ein Vielfaches der Arbeitsbreite, ist eine effektive Bewirtschaftung auch bei Wechselkulturen auf einem Feld möglich. Besonders kritische, erosionsgefährdete Bereiche auf einem Feld können temporär als Entwässerungsrinnen oder Entwässerungsbarrieren angelegt werden. Wird beispielsweise im darauffolgenden Jahr das gesamte Feld mit Winterdeckern bepflanzt, können diese wieder entfernt werden.



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